Hypnose

Informationen zu Hypnose und Hypnosetherapie

Die Hypnose ist ein anerkanntes Behandlungsverfahren in Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin.

Hypnose hat als therapeutisches Verfahren eine lange Tradition und seit Jahrtausenden sind Suggestionen und Trance-Rituale wichtige Bestandteile von Heilungsprozessen, deren Bedeutung in der modernen Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin zunehmend gezielt eingesetzt wird.

Subjektiv wird der hypnotische Trancezustand von vielen als ein tiefer Entspannungszustand empfunden, wobei manchmal lebhafte innere Bilder oder Gefühle zugänglich werden, die als wesentlich intensiver und „realer“ wahrgenommen werden, als im Wachzustand. Suggestionen werden in Trance leichter angenommen und können für Heilungsprozesse und Veränderungsarbeit genutzt werden.

Direkte und indirekte Suggestionen öffnen den Zugang zu verborgenen Fähigkeiten und unterbewussten Ressourcen.

Hypnose kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Verfahren zur Therapie von psychischen, psychosomatischen oder körperlichen Krankheiten eingesetzt werden.

Die psychotherapeutische Anwendung der Hypnose wird als „Hypnosetherapie“ bzw. „Hypnotherapie“ bezeichnet, im medizinischen Bereich spricht man von „klinischer Hypnose“ und im zahnärztlichen Bereich von „zahnärztlicher Hypnose“.

Indikationsbeispiele für eine Hypnosebehandlung

  • Ängste, Phobien, Panikattacken
  • Depressionen und seelische Verstimmungen (z.B. Tod, Trennung)
  • Migräne
  • Tinnitus
  • Prüfungsstress
  • Gewichtsreduktion
  • Süchte und Abhängigkeiten
  • Schmerzstörungen
  • Zahnbehandlung (Angst, Schmerz)

Die Anwendung ist bei Kindern (ab 8 Jahre), Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen möglich

Was zeichnet den hypnotischen Trancezustand aus?

Im Unterschied zum Wachzustand wird der hypnotische Trancezustand traumartig, also mehr in Bildern erlebt. Die Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet und aus diesem Grund sind die Klienten in Hypnose empfänglicher für eine bildhafte, symbolische Sprache.

Der Therapeut kann durch Suggestionen und Metaphern der inneren Realität des Klienten Impulse geben. Die äußere Realität tritt innerhalb dieses Zeitraumes in den Hintergrund. Dieser Zustand lässt sich vergleichen mit Meditation, Tagträumen, tief versunkenem Lesen oder einem Zustand wie kurz vor dem Einschlafen.

Im Trancezustand ist die Wahrnehmung geschärft. Auch im Wachzustand nimmt der Mensch viel mehr Informationen auf, als in sein Bewusstsein eindringen. Wir sind zum Beispiel beim Autofahren in der Lage, uns auf einen Fokus (z.B. das Auto vor uns) zu konzentrieren. Hören wir jedoch ein Martinshorn, wird unsere Aufmerksamkeit sofort weit gefächert. In der Hypnose wird mit solchen unbewussten Kommunikationsformen gezielt gearbeitet. Ein weiteres Phänomen der hypnotischen Trance sind „dissoziative“ Prozesse. Beispielsweise führt der Patient eine Bewegung unabhängig von seiner bewussten Wahrnehmung aus (es hebt sich etwa auf eine Frage des Therapeuten wie von selbst ein Finger).

Bedeutet Hypnose Manipulation?

Die moderne Hypnosetherapie sieht den Klienten als einen Kooperationspartner und aktiven Gestalter seiner Trance-Prozesse. Es geht nicht um Manipulation, sondern darum, Möglichkeiten zu eröffnen und Fähigkeiten nutzbar zu machen.

Physiologische Prozesse

In Hypnose treten gut erforschte physiologische Veränderungen auf. Dazu zählen die Entspannung der Muskeln; die Verringerung von Herzfrequenz und Blutdruck; eine regelmäßigere und langsamere Atmung; eine veränderte Aktivierung bestimmter Hirnareale.

Wann Hypnose kontraindiziert ist:

  • Bei geistiger Behinderung
  • Bei schweren Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Bei Epilepsie
  • Bei bestehender Schwangerschaft in der Traumatherapie
  • Bei schwerwiegenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Beim chronischen Müdigkeitssyndrom (Narkolepsie)